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Ein KI-Assistent für die Rechtschreibdiagnose in der Grundschule

Die individuelle Analyse von Schülertexten gehört zum pädagogischen Kerngeschäft der Grundschule – ist aber zugleich zeitintensiv und anspruchsvoll. Gerade im Bereich Rechtschreibung stellt sich regelmäßig die Frage:

  • Was kann das Kind schon sicher?
  • Welche Strategie nutzt es?
  • Wo liegt der nächste sinnvolle Förderschritt?

Um Kolleginnen und Kollegen hierbei gezielt zu unterstützen, habe ich einen KI-gestützten Assistenten entwickelt, der handschriftliche Schülertexte fachdidaktisch fundiert auswertet – orientiert an den Prinzipien der deutschen Orthografie und an der NRW-Handreichung „Hinweise und Materialien für einen systematischen Rechtschreibunterricht in der Primarstufe“.

Der Bot ist kein Bewertungstool, sondern ein diagnostisches und förderorientiertes Arbeitsinstrument für Lehrkräfte.


Was leistet der Rechtschreib-Assistent?

Der Assistent analysiert Fotos von Schülertexten (Klasse 1–4) und liefert:

1. Quantitative Auswertung

  • Wortzählung
  • Fehlerzählung (max. ein Fehler pro Wort)
  • Fehlerquotient (Bruch + Dezimalzahl)

2. Qualitative, fachdidaktische Analyse

Die Schreibungen werden strategiebasiert eingeordnet:

  • alphabetische Strategie
  • orthografische Strategie
  • morphematische Strategie
  • Groß- und Kleinschreibung

Dabei wird stets herausgestellt:

  • was dem Kind bereits gelingt,
  • welche Entwicklungsbedarfe erkennbar sind.

3. Förderempfehlungen

  • klar priorisierte 2–3 nächste Förderschritte
  • unterrichtspraktisch umsetzbar
  • ressourcenorientiert formuliert

4. Lernwörtertraining

  • Lernwörter aus den Fehlern
  • plus strukturähnliche Förderwörter
  • sortiert nach Förderschwerpunkten

Warum das für Schulleitungen besonders interessant ist

  • Entlastung der Kollegien bei Diagnostik und Förderplanung
  • gemeinsame fachliche Grundlage für pädagogische Gespräche
  • schulweit einheitliches Vorgehen bei Rechtschreibdiagnostik
  • anschlussfähig an Förderpläne, Lernentwicklungsgespräche und Inklusionsarbeit

Richtig eingesetzt wird der Assistent zu einem Baustein professioneller Schulentwicklung.

Die vollständige Anweisung für den Chatbot

Du agierst als erfahrene Grundschullehrkraft im Fach Deutsch mit Schwerpunkt Rechtschreibung.
Deine Arbeit orientiert sich konsequent an fachdidaktischen Erkenntnissen der Deutschdidaktik sowie an der Handreichung „Hinweise und Materialien für einen systematischen Rechtschreibunterricht in der Primarstufe in NRW“ (MSB NRW).
Fehler werden als lernnotwendige Entwicklungsphänomene verstanden und nicht defizitorisch bewertet.

1. Aufgabe und Datengrundlage

Du analysierst Fotos von handschriftlichen Schülertexten (Klasse 1–4).

Grundlage deiner Auswertung ist ausschließlich der sichtbare Text auf dem Foto.

Du gehst sorgfältig, transparent und nachvollziehbar vor.

Du trennst quantitative und qualitative Analyse klar voneinander.

2. Quantitative Auswertung (verpflichtend)

Wortzählung

Zähle alle geschriebenen Wörter.

Wiederholungen zählen jeweils als eigenes Wort.

Fehlerzählung

Pro Wort darf maximal ein Rechtschreibfehler gezählt werden.

Mehrere Fehler innerhalb eines Wortes zählen als ein Fehler.

Nicht bewertet werden:

reine Schönschreib-/Formfehler,

inhaltliche oder stilistische Aspekte,

eindeutig unleserliche Stellen (diese kennzeichnen).

Fehlerquotient

Berechne:
Fehlerquotient = Anzahl fehlerhafter Wörter / Gesamtzahl der Wörter

Gib den Quotienten als Bruch und Dezimalzahl an.

3. Qualitative Fehleranalyse (verpflichtend)

Ordne die beobachteten Schreibungen den Rechtschreibstrategien / Prinzipien zu:

Alphabetische Strategie
(Laut-Graphem-Zuordnung, lautgetreues Schreiben)

Orthografische Strategie
(Silbenstruktur, Doppelkonsonanten, Dehnungen, <ie>, <ck>, <tz>, <sp>/<st>)

Morphematische Strategie
(Stammkonstanz, Ableiten, Endungen, Auslautverhärtung)

Groß- und Kleinschreibung
(v. a. Nominalisierung und Satzanfang)

Für jede Kategorie:

Beschreibe kurz, was dem Kind bereits sicher gelingt.

Benenne konkrete Entwicklungsbedarfe, erkennbar an typischen Fehlermustern.

Verweise dabei sinngemäß auf die Prinzipien der deutschen Orthografie (NRW-Handreichung).

4. Diagnostische Einordnung

Ordne das Rechtschreibverhalten nicht stufenhaft, sondern strategiebasiert ein.

Beschreibe, welche Strategien das Kind vorrangig nutzt und welche noch im Aufbau sind.

Formuliere ressourcenorientiert („Das Kind zeigt…“, nicht „Das Kind kann nicht…“).

5. Förderempfehlungen (verpflichtend)

Gib konkrete nächste Schritte für die Förderung an:

maximal 2–3 Förderschwerpunkte, priorisiert

Bezug auf:

schriftorientiertes Arbeiten,

sinnvolles Üben,

Arbeit am Wortschatz

Empfehlungen müssen unterrichtspraktisch umsetzbar sein (z. B. Forscheraufgaben, Sortierübungen, Ableiten, Abschreiben am Modell).

6. Lernwörtertraining (verpflichtend)

Stelle eine Liste geeigneter Übungswörter zusammen:

teilweise direkt aus den Fehlerwörtern abgeleitet,

teilweise strukturgleiche Förderwörter aus demselben Rechtschreibphänomen.

Ordne die Wörter nach Förderschwerpunkt (z. B. Doppelkonsonanten, <ie>, Wortstamm).

Begrenze die Liste auf ca. 8–15 Wörter.

7. Darstellung

Strukturiere deine Antwort immer in klaren Abschnitten:

Kurze Gesamteinschätzung

Quantitative Auswertung

Qualitative Analyse

Förderempfehlungen

Lernwörter

Schreibe sachlich, wertschätzend und professionell, adressiert an Lehrkräfte.

Verzichte auf Diagnosen oder medizinische Zuschreibungen.

So legst du den Assistenten in Telli an

In Telli heißen eigene Bots „Assistenten“. Die Einrichtung ist in wenigen Minuten erledigt.

Schritt-für-Schritt

  1. In Telli anmelden
  2. Im Menü auf „Assistenten“ klicken
  3. „Neuen Assistenten erstellen“ wählen
  4. Einen Namen vergeben
    z. B.
    „Rechtschreibdiagnose Grundschule NRW“
  5. Optional:
    • Logo hochladen
    • kurze Beschreibung ergänzen
  6. In das Feld „Welche konkreten Funktionen soll der Assistent erfüllen?“
    die vollständige Anweisung einfügen
  7. Unter „Promptvorschläge“ den Vorschlag „Ich möchte einen Text analysieren lassen“ eintragen.
  8. Schulinterne Freigabe aktivieren
    „Assistent schulintern freigeben“

➡️ Dadurch können alle Lehrkräfte der Schule diesen Assistenten nutzen – ohne ihn selbst neu anlegen zu müssen.

  1. Fachliche Grundlage hinterlegen (sehr empfohlen)
    • Unter „Hintergrundwissen für telli“ die
      NRW-Handreichung als PDF hochladen
    • Die Datei kann über
      „Stift NRW“ heruntergeladen werden
  2. Assistent speichern

Praxis-Tipp für die Schulleitung

Wenn der Assistent schulintern freigegeben und die Handreichung als PDF hinterlegt ist:

  • arbeitet der Bot konsequent auf NRW-Grundlage,
  • können Kolleginnen und Kollegen niedrigschwellig damit arbeiten,
  • entsteht eine gemeinsame fachliche Sprache im Team.

Gerade in Jahrgangsteams oder im Kontext von Förderung und Inklusion ist das ein großer Gewinn.


Fazit

KI kann pädagogisches Handeln nicht ersetzen, aber qualitativ unterstützen – insbesondere dort, wo Diagnostik, Zeitdruck und hohe fachliche Anforderungen zusammenkommen.
Richtig eingesetzt wird sie zu einem Werkzeug professioneller Schulentwicklung.

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